Über den Autor

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Über den Autor2017-10-20T17:45:31+00:00

Eskil Burck

Eskil Burck absolvierte sein Studium an der Universität Koblenz-Landau.
Schon während des Studiums begann er Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sein Audio-Podcast belegte immer wieder Platz 1 in den iTunes-Charts in der Kategorie „Bildung“.

Seine Lehr-Videos wurden allein auf Youtube bereits mehr als 1,5 Millionen mal angeschaut.

Youtube-Kanal: www.psychologie-lernen.de

  • Diplom-Psychologe
  • Video-Produzent (Psychologie-Lehrvideos)
  • Buchautor
  • Audio-Podcast-Produzent

Der Arbeitsprozess

Der Arbeitsprozess

Literature

Vortrag

Wie entsteht eine Audio-/Video-Episode?

Vor jeder Episode steht zunächst eine sehr umfangreiche Literaturrecherche. Mit „Literatur“ sind dabei aber keineswegs Bücher gemeint, sondern ausschließlich psychologische Fachartikel (Journal-Artikel). Für eine Podcast-Episode müssen schätzungsweise 20-50 Journal-Artikel gelesen werden. Ein Fachartikel hat durchschnittlich ca. 10 Seiten (Sprache: Englisch).

Aber warum keine Bücher?
Selbst die besten wissenschaftlichen Fach- und Lehrbücher präsentieren letztlich nur „Second-Hand-Wissen“. Denn alle Autoren haben ihr gesamtes Wissen ursprünglich aus den oben genannten Journal-Artikeln. Da das Wissen aber schon einmal komprimiert wurde, gehen wichtige Informationen verloren (z.B. Versuchspersonenzahl). Manchmal schleichen sich aber auch Fehler ein (z.B. falsche Prozentzahlen), oder forschungsmethodisch sehr fragwürdige Studien werden als Meilensteine präsentiert. Besonders problematisch ist jedoch die Tendenz, nur positive Forschungsergebnisse zu präsentieren. Ein Problem, das auch in der Forschungswelt weit verbreitet ist (publication bias).

Um also einen wirklich allumfassenden und ungefilterten Blick auf ein Forschungsgebiet werfen zu können, kommt man an der Original-Literatur (Fachartikeln) nicht vorbei. Leider sind die meisten Fachartikel für den Laien sehr schwer verdauliche Kost. Womit wir auch beim Grund wären, weshalb psychologie-lernen.de ins Leben gerufen wurde…

Wer trotzdem selber mal nach Fachartikeln suchen möchte, dem sei die Datenbank PubMed empfohlen.

Die Literaturrecherche ist zwar der zeitaufwendigste Teil der Podcast-Produktion, aber auch der interessanteste. Es ist einfach faszinierend, Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt aufzusaugen und gleichzeitig erste Ideen zu haben, wie man diese Erkenntnisse in einem Lehr-Video aufbereiten könnte.

Das Konzept – der inhaltliche Aufbau – einer Episode entsteht zum Glück schon weitgehend während des Recherche-Prozesses. Trotzdem muss natürlich kurz vor dem Einsprechen einer Episode nochmal durchgegangen werden, ob alle Puzzle-Teile auch wirklich zusammenpassen. Häufig auftretende Fragen sind:

  • Wie kann man wissenschaftlich korrekt und trotzdem verständlich/unterhaltsam sein.
  • Wo/Wie soll man anfangen?
  • Wo kann gekürzt werden?
  • Welche Informationen müssen auf jeden Fall rein?
  • Vielleicht doch besser in zwei Episoden teilen?
  • Wie soll man das alles schaffen?


Der Vortrag:

Der für mich (kognitiv) anstrengendste Teil ist das Einsprechen der Episode. Schließlich ist dies der Moment, in dem hunderte Seiten von wissenschaftlichen Fachartikeln in einen ca. 20-minütigen Vortrag gepresst werden müssen. Als Hilfsmittel dienen nur ein paar Notizen (die Stichpunkte, die auch auf der Webseite zu finden sind). Der Rest muss aus dem Gedächtnis gekramt werden oder gegebenenfalls während des Vortrags nochmal nachrecherchiert werden. Nicht selten habe ich daher 10-30 pdf-Dateien (wissenschaftliche Artikel) geöffnet, in denen ich im Notfall nachlesen kann.

Warum nicht einfach ein Skript schreiben und ablesen?
1. Das wär doch zu einfach. Mein Gehirn soll sich ruhig mal ein bisschen anstrengen…
2. Für die Zuhörer ist es meines Erachtens angenehmer, wenn ein Erzähler „frei“ formuliert.
3. Der freie Vortrag erlaubt maximale Flexibilität. So kann man an manchen Stellen auch mal Gedankenblitzen folgen. Beim reinen Ablesen erlaubt man sich das eher weniger, da man Angst hat, nicht mehr auf den ursprünglichen Weg zurückzufinden.

Eigentlich bin ich alles andere als ein geborener Redner. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich bei meinen ersten Podcast-Gehversuchen schweißgebadet vorm Mikrofon saß. Wer sich die älteren Episoden anhört, merkt auch wie behäbig und langsam mein Redefluss war. Damals bekam ich auch hin und wieder (liebgemeinte) Emails, dass man zu meiner Stimme wunderbar einschlafen kann…
Zum Glück ist unser Gehirn aber extrem lernfähig. Fast alles lässt sich trainieren. Somit habe ich mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt und sogar begonnen alle Episoden noch zusätzlich in englischer Sprache einzusprechen (www.learningpsychology.net). Die Routine für die englischen Episoden lässt allerdings noch auf sich warten. Manchmal stehe ich minutenlang verzweifelt vorm Mikrofon, weil mir ein bestimmtes Wort nicht einfällt…

Letztlich gibt es aber kaum ein schöneres Gefühl – nach all der Recherche und dem anstrengenden Vortrag – eine Episode endlich eingesprochen zu haben. Es ist das gleiche Gefühl, wie wenn man ein wichtiges Match gewonnen oder sich einer großen Herausforderung gestellt hat: Erleichterung, Zufriedenheit.

Das Editieren (Zurechtschneiden) der Audio-Episode ist der unangenehmste/nervigste Teil der Produktion. Das liegt wahrscheinlich nicht zuletzt daran, dass man immer wieder mit der eigenen Unvollkommenheit konfrontiert wird. Die häufigsten Fehler die beim Editieren beseitigt werden müssen, sind:

  • zu lange Pausen (z.B. weil einem eine englische Vokabel nicht eingefallen ist)
  • inhaltliche Fehler (z.B. aus Versehen falsche Versuchspersonenzahl genannt)
  • falsche/unglückliche Betonungen
  • unnötige Füllwörter

Insbesondere bei englischen Episoden (mit langen Denkpausen) kann es schon mal passieren, dass eine zweistündige Originaldatei nach dem Editieren auf nur noch ca. 20 Minuten zusammenschrumpft.

Deutlich mehr Spaß als der „Säuberungsprozess“ macht dagegen das Auswählen und Einfügen der musikalischen Untermalung. Dabei achte ich vor allem darauf, dass die Musiktitel inhaltlich zum gerade behandelten Thema passen. Dadurch soll dem Zuhörer eine bessere kognitive Verarbeitung ermöglicht werden (musical fit).

Der schönste und kreativste Teil der Produktion ist die Aufbereitung und Zusammenstellung des Video-Materials. Es ist sehr angenehm nach all der kognitiven (Fleiß-)Arbeit wieder in einen kreativen Flow zu kommen.

Woher stammt das Bildmaterial?

a) Ein Großteil des Bildmaterials wird von mir selbst produziert. Das gilt vor allem für Bilder und Videos die spezifische Aspekte eines Experiments wiederspiegeln sollen. Für solche Inhalte lässt sich in der Regel kein Bildmaterial von anderen Anbietern finden.

b) Die wirklich ästhetischen Bilder (z.B. die drei Bilder neben diesem Text) stammen von Stockphoto-Anbietern. Um diese Bilder nutzen zu dürfen, muss man eine Lizenz erwerben. Pro Bild muss man je nach Qualität 2-10 Euro einplanen. Man darf also nicht einfach Bilder aus der Google-Suche benutzen. Ansonsten drohen Abmahnungen und Geldstrafen.

c) Ein kleiner Teil der Bilder stammt von Open-Source-Anbietern. Aber selbst bei Wikipedia oder Pixelio muss man immer auch die Lizenzvereinbarungen genau durchlesen…

„Das Erstellen von hochwertigen, wissenschaftlichen Lehrvideos erfordert Kreativität und sehr viel (Fleiß-)Arbeit. Am Ende steht jedoch ein Werk, das sowohl hilfreich als auch künstlerisch ist.“
Eskil Burck