In diesem Video schauen wir uns zwei berühmte Psychologie-Experimente an, die zeigen, wie leicht sich unser Gehirn durch den sogenannten Ankereffekt austricksen lässt – selbst wenn es um viel Geld geht oder wir glauben, echte Experten zu sein!
Die beiden Studien im Video:
Studie 1: Die Sozialversicherungsnummer (Ariely, Loewenstein & Prelec, 2003)
In diesem Experiment sollten Versuchspersonen angeben, wie viel Geld sie für verschiedene Produkte (wie Wein, Tastaturen oder Schokolade) bezahlen würden. Vorher wurden sie gefragt, ob sie den Artikel für einen Preis kaufen würden, der den letzten beiden Ziffern ihrer Sozialversicherungsnummer entsprach. Das Erstaunliche: Obwohl diese Zahl völlig zufällig war, diente sie als starker Anker! Teilnehmer mit hohen Endziffern waren bereit, bis zu dreimal mehr Geld für dieselben Produkte auszugeben als Teilnehmer mit niedrigen Ziffern. Unsere Preisvorstellung entsteht also extrem willkürlich durch zufällige Zahlen!
Studie 2: Immobilienmakler vs. Studenten (Northcraft & Neale, 1987)
Lassen sich Profis manchmal genauso leicht täuschen wie Laien? Die Forscher ließen Studenten und erfahrene Immobilienmakler reale Häuser besichtigen und deren Wert schätzen. Den Teilnehmern wurden Informationspakete gegeben, in denen nur ein einziger Wert verändert wurde: der angebotene Verkaufspreis (Listing Price). Das Ergebnis: Der angegebene Angebotspreis beeinflusste die Wertschätzung beider Gruppen massiv! Während die Studenten zugaben, sich am Angebotspreis orientiert zu haben, stritten die Immobilienmakler stur ab, sich von der Zahl beeinflussen gelassen zu haben.
📚 Quellen & Zitierte Studien:
Ariely, D., Loewenstein, G., & Prelec, D. (2003). „Coherent arbitrariness“: Stable demand curves without stable preferences. The Quarterly Journal of Economics, 118(1), 73–105.
Northcraft, G. B., & Neale, M. A. (1987). Experts, amateurs, and real estate: An anchoring-and-adjustment perspective on property pricing decisions. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 39(1), 84–97.